Positivtrend der Energieeinsparung setzt sich fort

Die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln hat ihren Energiebericht 2022 für das Verbrauchsjahr 2021 veröffentlicht. Der positive Trend der Energieeinsparung für das Sondervermögen der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln – dazu gehören beispielsweise Verwaltungsgebäude, Schulen, Kindertagesstätten, Grünobjekte, Museen – setzt sich im Wesentlichen fort.

Deutlich ablesbar sind Auswirkungen, die sich auf die Corona-Pandemie und damit einhergehende Abweichungen in der Nutzung der Gebäude zurückführen lassen. So sorgte der überwiegende Unterrichtsausfall in Schulen und die verstärkte Verlagerung der städtischen Dienstbetriebe ins Homeoffice zu reduzierten Strom- und Wasserverbräuchen. Die Erhöhung der Temperaturen in Klassenräumen aufgrund der verstärkten Belüftung führte hingegen zu einem erhöhten Heizenergieverbrauch.

Insgesamt hält der Positivtrend, den die Stadt Köln seit dem Jahr 2005 verzeichnet, weiter an. Im Einzelnen stellen sich die Ergebnisse für das Sondervermögen der städtischen Gebäudewirtschaft wie folgt dar:

SondervermögenVerbrauchsänderung zum Vorjahr :Kumulierte Einsparung seit 2005: 
Heizenergie+ 4,0 %22,4 % 
Strom - 2,1 %20,6 % 
Wasser- 7,5 %40,3 % 
CO2+ 0,7 %32,0 % 

(Nach Durchführung der Witterungs- und Flächenbereinigung für die Energie und Wassereinsparung flächenbereinigt, Heizenergie zusätzlich witterungsbereinigt, CO2 inklusive Museen und Wohnungswesen).

Im Bereich Heizung wurden vier Prozent mehr verbraucht, für Strom und Wasser ist eine Reduzierung um 2,1 Prozent beziehungsweise um 7,5 Prozent zu verzeichnen. Neben Auswirkungen durch die Corona-Pandemie trägt auch der Einsatz der Energiemanagementsoftware "InterWatt" zur Wassereinsparung bei. Zu hohe Verbräuche, beispielsweise durch das dauerhafte Laufen einer Toilettenspülung, werden schnell erkannt und können so umgehend behoben werden. Die CO2-Emmissionen sind leicht um 0,7 Prozent gestiegen. Durch den Bezug von 100 Prozent Ökostrom liegt das Strom-Äquivalent bei nur 10 Gramm pro Kilowattstunde. Weil in Verwaltungsgebäuden und Museen verhältnismäßig mehr Strom verbraucht wird als in Schulen, sind die CO2-Werte 2021 in diesen Objektbereichen deutlich gesunken. Aufgrund des Mehrverbrauchs an Heizenergie in Schulen und Kitas sind die Emissionen hier jedoch angestiegen, wodurch es im Gesamtergebnis zu der geringen Erhöhung kommt.

Verbrauchs- und Kostenübersicht der Museen

Die Verbrauchs- und Kostenübersicht der Museen, die seit 2018 energiewirtschaftlich von der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln betreut werden, werden aus Gründen der Vergleichbarkeit getrennt dargestellt, da diese erst seit 2015 ausgewertet werden:

MuseenVerbrauchsänderung zum Vorjahr:
Heizenergie+ 24,7 %
Strom- 6,4 %
Wasser- 13,7 %

(Wasser inklusive Brunnenwasser)

Die Heizenergie besteht ausschließlich aus Fernwärme. Wegen erheblicher Abweichungen zwischen den Fernwärmeeigenablesungen der Zähler und den auf Basis von maschinellen Schätzungen erstellten Abrechnungen, kommt es im Jahr 2021 zu einer scheinbaren Verbrauchserhöhung von 24,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein verbessertes Verfahren zur Verbrauchserfassung wird derzeit erarbeitet. Der Stromverbrauch konnte dafür gegenüber 2020 nochmals, um 6,4 Prozent, reduziert werden, was insbesondere auf die sukzessive Umrüstung auf LED-Beleuchtung und energieeffiziente Pumpen und Ventilatoren zurückgeführt wird. Bei der Angabe zum Wasserverbrauch der Museen ist zu beachten, dass die kumulierten Werte von Trinkwasser und Brunnenwasser ausgewiesen werden. Ende 2020 wurde der Brunnen im Römisch-Germanischen Museum im Zuge der anstehenden Generalsanierung stillgelegt. Zusätzlich konnte durch die Optimierung der Kälte- und Brunnenpumpenregelung Brunnenwasser auch im Museum Ludwig (inklusive Philharmonie) und dem Museum für Angewandte Kunst eingespart werden. Diese Maßnahmen führten zu einer Reduzierung um fast 14 Prozent.

Die konsequente Anwendung der Energieleitlinien zur Sicherstellung eines effizienten Energiestandards wurde in 2021 weiterverfolgt. Die aktuellen Methoden im Schulneubau gehen in Richtung eines verstärkten Einsatzes von Totalunternehmern (TU) beziehungsweise Generalunternehmern (GU). Diese stellen veränderte Ansprüche an eine energiewirtschaftliche Planungsbegleitung durch das Energiemanagement, wie sie sich in den letzten Jahren bewährt hat. Wurde in den letzten Berichtsjahren bereits eine neue Planungsbeteiligung etabliert, hat sich diese aktuell bei den ersten eingereichten, umfassenden TU-Leistungsangeboten vielversprechend weiterentwickelt. Es ist ein weiteres Schulbaupaket mit beschleunigten Verfahren für weiterführende Schulen in Planung, bei dem der bisher erfolgreiche Weg der Anwendung der Energieleitlinien ebenso fortgeführt werden soll. Auch bei den derzeit neu geplanten beziehungsweise in Generalsanierung befindlichen Museen wird die Umsetzung der Energieleitlinien engmaschig überwacht.

Im Bereich der regenerativen Energien ist dem Bericht abzulesen, dass sich an insgesamt 69 Standorten Photovoltaikanlagen befinden, die eine Leistung von 3.422 kWp im Betrieb erzielen. Diese Stromerzeugung entspricht dem Verbrauch von etwa 880 Haushalten.

Seit 2005 erstellt die Verwaltung jährlich einen Energiebericht für die städtischen Gebäude, die sich im Sondervermögen der Gebäudewirtschaft befinden. Diese sind die Verwaltungsgebäude, alle Schulen, die Kindertagesstätten und die sogenannten Grünobjekte (im wesentlichen Friedhöfe mit Aufbauten, Mitarbeiter*innenunterkünfte, Betriebshöfe). Der Energiebericht enthält eine Verbrauchs- und Kostenstatistik des jeweiligen Berichtsjahres und einen Vergleich der Entwicklung zu den Vorjahren. Die Betrachtung erfolgt hierbei immer als Ergebnis der genannten Gebäudearten. Im Anhang zu dem Berichtsteil liegt auch eine detaillierte objektbezogene Auflistung der einzelnen Energieverbrauchskennwerte aller Objekte für Heizwärme, Strom und Wasser mit Vergleich zu den Vorjahreswerten vor. Neben dem Berichtsteil der "Feuerwehr", der seit 2016 den Energiebericht ergänzt, konnte in diesem Jahr wieder aus dem Bereich des Amtes für Wohnungswesen berichtet werden.

Der Energiebericht 2022 ist hier einsehbar

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit