Neue Verkehrs- und Tunnelleitzentrale geht in 24/7-Betrieb
In den vergangenen Wochen hat die neu eingerichtete Verkehrs- und Tunnelleitzentrale (VTLZ) der Stadt Köln den Betrieb aufgenommen. Sie ist rund um die Uhr für die Information, Lenkung, Steuerung und Überwachung des Verkehrs in der Stadt Köln und der städtischen Straßentunnel zuständig. Mithilfe der VTLZ können Störungen an Ampelanlagen oder in städtischen Tunneln zeitnah behoben werden.
Ascan Egerer, Beigeordneter für Mobilität, freut sich über die Inbetriebnahme der neuen VTLZ:
Mithilfe der Verkehrs- und Tunnelleitzentrale sind wir perfekt für die Bewältigung der wachsenden Herausforderungen im Verkehrssektor aufgestellt. Nicht zuletzt ist sie ein wichtiger Baustein wenn es darum geht, das Stauaufkommen in der Stadt zu minimieren und die Verkehrssicherheit auf Kölner Straßen zu erhöhen. Von unserer neuen Verkehrs- und Tunnelleitzentrale profitieren nicht nur Verkehrsteilnehmende, sondern auch das Klima.
Auch Patric Stieler, Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement, blickt optimistisch in die Zukunft:
Frühzeitige Information, zeitnahe Störungsbeseitigung, bedarfsgerechte und digitale Verkehrssteuerung rund um die Uhr sorgen für mehr Sicherheit und eine verbesserte Abwicklung auf den Straßen, Kreuzungen und in den Tunneln. Als Kritische Infrastruktur nach KRITIS-V (Kritische Infrastruktur Verkehr) wird von dort aus auf Störungen im System zeitnah reagiert und die Wartungsdienste koordiniert. Am Verkehr Teilnehmende werden so frühzeitig Informiert und können ihre Wege in der Stadt an der jeweils aktuellen Situation ausrichten.
Aufnahme des Dienstbetriebs
Die Arbeiten in den neuen Räumlichkeiten der VTLZ hatten im Sommer 2020 begonnen. Bis Anfang September 2021 haben Handwerker und Techniker die räumlichen und technischen Voraussetzungen für den Umzug geschaffen. Hierbei wurde neben der Einrichtung der Räume und der Technik dafür gesorgt, dass die Aufgaben der bisherigen Verkehrsleitzentrale und der provisorischen Tunnelleitzentrale nahtlos in den neu eingerichteten Räumlichkeiten weitergeführt werden. 14 Operator*innen sind mittlerweile in ihre Aufgaben eingearbeitet und nehmen im Schichtbetrieb den 24/7-Dienst in der neuen VTLZ wahr.
Vorteile der neuen VTLZ
Die Bündelung der beiden Aufgabenbereiche bietet die Möglichkeit, Synergien zu nutzen. Die Verkehrsbeobachtungskameras und die Sensorik in den Tunneln ergänzen den bisherigen Bestand an Verkehrsdetektion und komplettieren das Gesamtbild zur Verkehrslage. Neben einer Erhöhung der Sicherheit, der Optimierung im Verkehrsablauf für den Straßenverkehr und den Betrieb der Tunnel können mit einer gemeinsamen neuen Verkehrs- und Tunnelleitzentrale auch die rechtlichen Anforderungen gemäß dem BSI-Gesetz (Regelungen in Bezug auf das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik) erfüllt werden.
Die Störungsbearbeitung von rund 865 Ampelanlagen und rund 125 Standorten des Parkleitsystems werden von der VTLZ gesteuert. Dazu kommt die Überwachung von derzeit vier Straßentunneln. Sukzessive werden weitere Straßentunnel saniert, mit der modernsten Betriebstechnik ausgestattet und zukünftig auf die Systeme der VTLZ zur Wahrnehmung der Überwachungsfunktion aufgeschaltet.
Verbessertes Info-System für Verkehrsteilnehmer*innen
Über 17 Variotafeln und den Verkehrskalender informiert das Personal der VTLZ über aktuelle Störungen im Verkehrsnetz, Baustellen, bevorstehende Veranstaltungen und Messen mit hohem Verkehrsaufkommen und gibt im Bedarfsfall hilfreiche Hinweise zu anderen Themen. Durch den Anschluss des Verkehrsmanagementsystems an den "MobilitätsDatenMarktplatz" des Bundes als nationalen Zugangspunkt für Verkehrsdaten profitieren auch Dritte von den erhobenen Daten. Hier werden Daten zur Verkehrsstärke, Verkehrsmeldungen, Veranstaltungen/Ereignissen, Baustellen, Parkmöglichkeiten und einiges mehr publiziert und zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung gestellt. Die Stadt Köln kommt damit den Anforderungen aus EU-Verordnungen zu Verkehrsmeldungen und Informationen für Reisende nach.
Zur Wahrnehmung der Aufgaben werden die technische Ausstattung der VTLZ und deren Subsysteme sukzessive erweitert und vernetzt. Es werden neue Prozesse etabliert und digitalisiert.
Kosten
Die Kosten für die Einrichtung der neuen VTLZ betrugen rund zwei Millionen Euro.