Ottostraße und Teil der Nußbaumerstraße sind jetzt Fahrradstraßen

Die Stadt Köln hat in Ehrenfeld auf der Ottostraße und der Nußbaumerstraße (im Abschnitt zwischen Ehrenfeldgürtel und Ottostraße) Fahrradstraßen eingerichtet. Hierfür wurde der Straßenraum zugunsten des Radverkehrs neu aufgeteilt. Durch die neue Verteilung der Flächen und die angepasste Vorfahrtsregelung wurde eine komfortable und schnelle Verbindung für den Radverkehr geschaffen, die insbesondere den Schülerinnen und Schülern der drei dort ansässigen Schulen (Albertus-Magnus-Gymnasium, Lauder-Morijah-Grundschule, Geschwister-Scholl-Realschule) mehr Sicherheit bietet.   Um die geltenden Regelungen in Fahrradstraßen zu verdeutlichen und die Akzeptanz zu erhöhen, werden im Einzugsgebiet der Fahrradstraßen Info-Anhänger verteilt.

Auf den beiden Straßen wurden folgende Beschilderungsarbeiten und Markierungsarbeiten vorgenommen:

Durch den Wegfall des bisher erlaubten Parkens auf der Fahrbahn durch die Aufstellung von Halteverbotsschildern steht künftig der gesamte Straßenraum in einer Fahrbahnbreite zwischen fünf und 5,50 Metern für den fließenden Verkehr zur Verfügung. Dies führt dazu, dass in beiden Richtungen auf dem Fahrrad komfortabel und sicher nebeneinander gefahren werden kann. Bislang wurde die Fahrbahn im Bereich der Einbahnstraße durch parkende Autos auf einer Breite von rund 3,50 Metern ohne Sicherheitsabstand eingeengt. Zugunsten einer ausreichenden Straßenraumbreite mussten auf der Fahrbahn vor den Baumbeeten insgesamt 14 Stellplätze entfallen.

Zur weiteren Erhöhung des Fahrkomforts ist die Ottostraße im Verlauf der Fahrradstraße an den Knotenpunkten jetzt vorfahrtberechtigt. Hierfür wurden sowohl die Vorfahrtsbeschilderungen als auch Markierungen angepasst. Der Fahrradstraßenbeschilderung wurde der Zusatz "Kfz frei" beigefügt, so dass die Fahrradstraße grundsätzlich weiterhin mit Kraftfahrzeugen befahren werden kann.

Zur Verdeutlichung der Fahrradstraße wurden Fahrradstraßenpiktogramme auf der Fahrbahn markiert. Zusätzlich werden zeitnah an den Knotenpunkten weitere Markierungen ergänzt, die den Beginn der Fahrradstraße für aus den Nebenstraßen kommende Fahrzeuge verdeutlichen.

Hintergrund

Die Bezirksvertretung Ehrenfeld hat 2015 den Beschluss gefasst, dass die Ottostraße und die Nußbaumerstraße, vom Ehrenfeldgürtel bis zur Liebigstraße, als Fahrradstraßen ausgewiesen werden sollen. Durch die nun erfolgte Einrichtung der Fahrradstraßen auf der Ottostraße und der Nußbaumerstraße bis zur Ottostraße hat die Verwaltung einen ersten Teil des Beschlusses umgesetzt. Um den noch zu realisierenden Bereich der Nußbaumerstraße bis zur Liebigstraße als Fahrradstraße auszuweisen, bedarf es einer umfangreicheren Planung. Hier ist aufgrund der Parksituation vor Ort eine Neuordnung des Straßenraums erforderlich.

Befragung zum Mobilitätsverhalten

Zwischen Oktober und Dezember 2018 hat die Stadt Köln im Rahmen der Erarbeitung des Radverkehrskonzepts Ehrenfeld an insgesamt vier Schulen im Stadtbezirk eine Schülerbefragung zum Mobilitätsverhalten durchgeführt, darunter auch am Albertus-Magnus-Gymnasium sowie an der Geschwister-Scholl-Realschule. Hierbei wurde unter anderem untersucht, wie und auf welchen Wegen die Schülerinnen und Schüler zu ihrer Schule und wieder zurück gelangen.

Die Ergebnisse aus der Befragung zeigen, dass gerade die Ottostraße und die Nußbaumerstraße von vielen Schülerinnen und Schülern genutzt werden. Zudem wurden den Schülerinnen und Schülern Fragen über ihre Einstellung zum Radverkehr, ihre Erfahrungen auf dem Fahrrad sowie zum Fahrradparken gestellt. Die ausführlichen Ergebnisse der Schülerbefragung können einer Mitteilung an die Bezirksvertretung Ehrenfeld entnommen werden.

Ein wichtiges Ergebnis der Schülerbefragung war, dass sich die befragten Schülerinnen und Schüler mehr Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärungskampagnen wünschen. Daher führt die Stadt Köln im nächsten Jahr im Stadtbezirk Ehrenfeld die Verkehrssicherheitskampagne "Liebe braucht Abstand" durch, die von der "Arbeitsgemeinschaft fußgängerfreundlicher und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen e. V." (AGFS) ins Leben gerufen wurde. Im Rahmen der Kampagne sollen die Verkehrsteilnehmenden für einen sicheren Abstand und Rücksichtnahme im Straßenverkehr sensibilisiert werden. Geplant sind Veranstaltungen und Aktionstage in Ehrenfeld.

Ausblick

In den nächsten Jahren werden viele weitere Straßen in Köln als Fahrradstraßen ausgewiesen. Im Rahmen der Erarbeitung des Radverkehrskonzeptes Ehrenfeld hat der beauftragte Gutachter einen Entwurf für ein zusammenhängendes Netz an Fahrradstraßen in Ehrenfeld erstellt. Dieses Konzept möglicher Fahrradstraßen für den Stadtbezirk wurde bereits im Facharbeitskreis vorgestellt und soll als Bestandteil des Radverkehrskonzeptes Ehrenfeld im März 2020 in die politische Beratung gehen.

Fahrradstraße – was ist das?

Eine Fahrradstraße ist eine für Radfahrerinnen und Radfahrer vorbehaltene Straße. Sie haben hier Vorrang und dürfen nebeneinander fahren. Andere Fahrzeuge dürfen die Straße nur dann benutzen, wenn es durch ein Zusatzschild erlaubt wird. Autos und Motorräder müssen sich dem Tempo des Radverkehrs anpassen und besondere Rücksicht nehmen. Als Höchstgeschwindigkeit gilt Tempo 30. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen weder gefährdet noch behindert werden. Fahrradstraßen werden dort eingerichtet, wo der Radverkehr die dominierende Verkehrsart ist oder die Straße an einer Hauptroute des Radverkehrs liegt.

Die ausführlichen Ergebnisse der Schülerbefragung Nähere Informationen zur Kampagne "Liebe braucht Abstand" Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit