Psychologische Beratung und Begleitung – Übergriffe werden erfasst
Die Stadt Köln schafft beim NS-Dokumentationszentrum eine Beratungsstelle und Dokumentationsstelle Antisemitismus. Diese besteht zum einen Teil aus einer "Anlauf- und Beratungsstelle für von Antisemitismus Betroffene", zum anderen Teil aus einer Stelle "Recherche und Dokumentation antisemitischer Übergriffe und Vorfälle". Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte sich zuletzt bei der Gedenkfeier zum Jahrestag des Novemberpogroms am 8. November 2019 in der Synagoge Roonstraße für diese Stelle ausgesprochen, die die beim NS-DOK neu geschaffene Fachstelle für Bildungsangebote im Themenfeld Antisemitismus ergänzt.
Henriette Reker hatte bei der Gedenkfeier erklärt:
Wir registrieren eine erschreckende Zunahme von verbalem Hass und Gewalt gegen Juden, gegen Zuwanderer und Geflüchtete und gegen diejenigen, die für eine pluralistische Gesellschaft einstehen. Das bedrückt mich zutiefst!
Henriette Reker betont:
Dass die Stadt Köln nun das Angebot des NS-Dokumentationszentrums erweitert, ist ein wichtiger Schritt. Jede und jeder, der von Antisemitismus betroffen ist, soll die Möglichkeit haben, sich an eine vertrauensvolle Stelle wenden zu können. Neben politischen Initiativen und dieser neuen Anlaufstelle ist von uns allen Zivilcourage gefragt! Wer heute in Köln und anderswo Jüdinnen oder Juden verbal oder physisch angreift, dem stellen wir uns mutig entgegen. Ich werde mich weiterhin für unser offenes, tolerantes Köln einsetzen. Für ein Köln, zu dem Jüdinnen und Juden fest dazu gehören.
Die neue Beratungsstelle und Dokumentationsstelle Antisemitismus ist auf Dauer angelegt. Mit Nachdruck macht die Stadt Köln so deutlich: Das Engagement gegen Antisemitismus ist eine Daueraufgabe einer demokratischen Gesellschaft und Ausdruck unserer besonderen historischen Verantwortung. Niemals dürfen jene ausgeblendet werden, die von Antisemitismus bedroht oder betroffen sind. Sie zu stärken, ihnen psychologische Beratung und Begleitung zu bieten, ist die zentrale Aufgabe der neuen Anlaufstelle und Beratungsstelle. Im Bereich "Recherche und Dokumentation" werden antisemitische Übergriffe erfasst und nach wissenschaftlichen Standards dokumentiert. Dazu zählen auch antisemitische Vorfälle, die keine Straftaten darstellen. Ziel der Dokumentationsstelle ist es, zur Entwicklung eines Instrumentariums beizutragen, dass lokaler Teil eines bundeseinheitlichen Meldesystems ist.