Umweltamt will Gutachten zur Bestandsanalyse beauftragen

Insekten sind die Grundlage unseres Ökosystems und machen etwa zwei Drittel allen Lebens auf der Erde aus. Doch wo es früher summte und brummte, ist es in den vergangenen Jahren leiser geworden. Der Grund ist das Insektensterben, das Forscher im vergangenen Jahr belegen konnten. Laut Experten ist die Zahl der Insektenarten im Vergleich zu den 1980er Jahren um 80 Prozent zurückgegangen.

Insekten sind die artenreichste Tiergruppe und spielen eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem: für den Menschen als Bestäuber in der Landwirtschaft und bei parasitischen Insekten als Nützlinge auch bei der Bekämpfung von Schädlingen.

Der aktuelle Ausschuss für Umwelt und Grün hat am gestrigen Montag, 17. Dezember 2018, in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, ein Gutachterbüro zu beauftragen, das den aktuellen Bestand von Insekten im Stadtgebiet erheben und geeignete Handlungsempfehlungen vorlegen soll, wie das Insektensterben bekämpft werden kann.

Nach dem Fangen von Insekten an einzelnen Standorten mithilfe von Malaise-Fallen und Keschern kann eine Erfassung und Bestandsanalyse gemacht werden. Dies geschieht durch ein sogenanntes DNA-Meta-Barcoding. Diese relativ einfache und kostengünstige Grundlagenerhebung gibt Aufschluss über den Bestand einzelner Arten. Insektenarten und ihre jeweilige Anzahl lassen sich über charakteristische Abschnitte ihrer Erbsubstanz identifizieren. Neben diesem neuen Verfahren kommen auch klassische Methoden zur Bestimmung von Insekten zum Einsatz.

Liegt eine ausreichend umfangreiche Datenerhebung vor, kann diese mit zurückliegenden Datenerhebungen aus den 1980er und 1990er Jahren verglichen werden. Aktuelle Erhebungen über den Bestand von Wildbienen wären sogar mit vorliegenden Daten aus den 1940er und 1950er Jahren vergleichbar. Durch das Vorliegen dieser beiden Untersuchungen gibt es hier eine einmalige Gelegenheit, durch einen Vergleich mit diesen Untersuchungen besonders aussagekräftige Daten zum aktuellen Zustand der Insektenfauna und eventuell Prognosen für die weitere Bestandsentwicklung abzuleiten.

Durch den Wegfall von typischen Habitaten im ländlichen Raum insbesondere durch intensive Landbewirtschaftung haben sich Städte zunehmend zu wichtigen Zufluchtsorten spezifischer Flora und Fauna entwickelt. Gerade die Stadt Köln kann in diesem Zusammenhang durch geeignete Maßnahmen einen wichtigen Beitrag für den Erhalt und den Schutz der biologischen Vielfalt leisten.

Daten zum Vorkommen der Insektenarten und zu langfristigen Bestandsentwicklungen bilden die Grundlage, um Maßnahmen zu planen, die dem Insektensterben entgegen- wirken und die Population von Insekten wiederzubeleben. Diese Maßnahmen werden, so das Vorhaben des Umweltamtes, in Handlungsempfehlungen beschrieben.

Der im Januar 2018 verabschiedete Beschluss des Umweltausschusses "Bienenfreundliches Köln" beinhaltet eine Biodiversitäts-Strategie auszuarbeiten, die geeignet ist, den Artenrückgang zu bekämpfen. Die gutachterlichen Ergebnisse zum Insektensterben könnten in diese Biodiversitäts-Strategie eingebunden werden.  

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit