Mitarbeiterin des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln ausgezeichnet

Dr. Barbara Becker-Jákli ist am gestrigen Donnerstag, 24. November 2016, im Käthe-Kollwitz-Museum mit dem Giesberts-Lewin-Preis ausgezeichnet worden. Der undotierte Preis wird seit 2006 von der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit vergeben. Er wird für herausragendes ehrenamtliches Engagement zur Förderung des christlich-jüdischen Dialogs, des Jugendaustausches zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland sowie für ein entschiedenes Eintreten gegen rassistische und antisemitische Tendenzen und für Toleranz und Völkerverständigung in Politik, Gesellschaft und Kultur vergeben. Dabei sollen bisherige Leistungen gewürdigt und zukünftiges Handeln ermutigt werden. In diesem Jahr wurde Dr. Barbara Becker-Jákli (64), langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, ausgezeichnet.

Barbara Becker-Jákli trägt in hervorragender Weise dazu bei, das Erbe und die heutige Präsenz jüdischen Lebens in Köln zu verdeutlichen“,

betonte Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Kölnischen Gesellschaft, in seiner Laudatio.

Dr. Barbara Becker-Jákli:

Ich freue mich sehr über die Auszeichnung. Sie ist eine Anerkennung meiner Arbeit und der Arbeit des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln. Ich freue mich, dass meine Arbeit und die Arbeit der Kollegen bekannt wird.

Als Tochter eines ungarischen Vaters und einer deutschen Mutter in Bayern geboren, lebt die Preisträgerin seit ihrer Kindheit in Köln. Sie studierte an der Universität zu Köln Geschichte, Ethnologie und Philosophie und promovierte über "Die Protestanten in Köln. Die Entwicklung einer religiösen Minderheit von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts". Die Historikerin arbeitet seit 1988 als Wissenschaftlerin im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln und erforscht die Lebensbedingungen der jüdischen Bevölkerung in Köln vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Mit Veröffentlichungen wie "Ich habe Köln doch so geliebt" (1993) und "Das jüdische Krankenhaus in Köln" (1998) sowie ihrer zuletzt erschienenen Publikation "Der jüdische Friedhof Köln-Bocklemünd" vermittelt sie nicht nur historische Fakten, sondern veranschaulicht durch die Biographien ihrer Gesprächspartner Bilder jüdischen Lebens in Köln.

Sie thematisiert dabei kulturelle, religiöse und wirtschaftliche Aspekte. Ihr Stadtführer "Das jüdische Köln" gibt Anregungen zu sechs Rundgängen. Er zeigt Orte der Erinnerung sowie der heutigen jüdischen Präsenz in der Stadt und trägt somit dazu bei, das Andenken an das jüdische Leben in Köln und seine verhängnisvolle Geschichte zu bewahren.

Mit den Namensgebern des Preises – Johannes Giesberts (1909-1989) in Köln und Dr. Shaul Lewin (1905-1986) in Tel Aviv – erinnert die Kölnische Gesellschaft an die große Versöhnungsleistung der damaligen Schuldezernenten, die schon in den 50er Jahren deutsch-israelische Schülerbegegnungen in Gang brachten. Beide stehen für den politischen Willen, über alle Gräben hinweg Wege zur Gemeinsamkeit zu finden.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit