Links- und rechtsrheinische Veedel werden spürbar besser an die Innenstadt angebunden - Neue Direktverbindungen zum Hauptbahnhof entstehen
Mit drei neuen Buslinien sollen zum Fahrplanwechsel 2019 die Kapazitäten auf der Ost-West-Achse erhöht und vor allem die Stadtbahn-Linie 1 entlastet werden. Ziel ist die weitere Attraktivierung des öffentlichen Nahverkehrs, um mehr Autofahrer zum Umstieg auf Bus oder Bahn zu bewegen. Damit leisten die neuen Busverbindungen einen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität im Kölner Westen.
Die neuen Linien 172 und 173 schaffen für die Fahrgäste aus den nördlich und südlich der Aachener Straße gelegenen Stadtteilen wie etwa Widdersdorf, Lövenich, Weiden, Müngersdorf und Junkersdorf eine umstiegsfreie und damit attraktive Verbindung zur Innenstadt. Zudem entstehen durch diese Linien neue Direktverbindungen zum Hauptbahnhof. Ab Höhe Militärringstraße fahren die Busse über die Aachener Straße auf einer eigenen Busspur, im weiteren Verlauf über Bahnhof West, Friesenplatz und die Achse Magnusstraße/Komödienstraße bis zum Hauptbahnhof. Die Linie 171 verkehrt von Mülheim nach Kalk und von dort über Severinsbrücke und Kölner City zum Hauptbahnhof. Sie soll neben der Linie 1 auch die Buslinie 159 entlasten.
"Fahrplanwechsel ist immer eine besondere Herausforderung"
KVB-Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks:
Ein Fahrplanwechsel ist immer eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten. Wir sind froh, dass wir auch in diesem Jahr unseren Kunden wieder erhebliche Angebotsverbesserungen bieten können. Neben den drei neuen Buslinien sind vor allem der Nachtverkehr am Wochenende auf der Stadtbahn-Linie 13 sowie die Erweiterungen auf den Linien 3 und 17 wichtige Bausteine, um den ÖPNV in Köln attraktiver zu machen. Wir gehen damit weitere Schritte hin zu Klimaschutz und Luftreinhaltung.
Klaus Harzendorf, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrsentwicklung:
Gerade mit den Linien 171, 172 und 173 schaffen wir ein zusätzliches attraktives Angebot auf der Ost-West-Achse. Wir ermöglichen im Kölner Westen und Osten kurze Wege zu den Haltestellen und von dort aus umstiegsfreie Fahrten zum Dom. Damit leisten wir auch einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in Köln.
Linie 171
Die Buslinie 171 fährt montags bis freitags zwischen ca. 6:30 und 09:30 Uhr sowie zwischen ca. 15 und 19 Uhr im 10-Minuten-Takt. Sie verkehrt ab der Haltestelle Wiener Platz auf dem Weg der bestehenden Linie 159 durch Buchforst und Kalk bis zur Haltestelle Walter-Pauli-Ring. Dann fährt sie weiter über Deutzer Ring und Severinsbrücke. Auf dem Weg zum Hauptbahnhof über Tel-Aviv-Straße, Nord-Süd-Fahrt und Tunisstraße werden drei Haltestellen "Blaubach", "Offenbachplatz" und "Unter Sachsenhausen" eingerichtet. Zu einem späteren Zeitpunkt soll eine Verknüpfungshaltestelle an der Severinstraße eingerichtet werden.
Linie 172
Die Linie 172 bietet aus Widdersdorf und Lövenich eine umstiegsfreie Verbindung Richtung Innenstadt. Zudem werden auch Ziele u.a. entlang der Aachener Straße direkt mit dem Hauptbahnhof verbunden. Von Widdersdorf bis zum Bahnhof Lövenich verläuft der Linienweg parallel zu den Linien 145/149 und danach bis zur Haltestelle "Schwindstraße" entlang der Linie 141. In Widdersdorf werden dabei die Haltestellen der Linie 149 in entgegengesetzter Reihenfolge angefahren. Nach der Haltestelle "Schwindstraße" verkehrt die Linie 172 wie oben beschrieben über die Aachener Straße und weiter zum Hauptbahnhof. Auf diesem Weg werden zwischen Eupener Straße und Hauptbahnhof insgesamt neun neue Bushaltestellen eingerichtet. Die Linie verkehrt montags bis freitags von ca.7 bis 9 Uhr und circa 15 – 19 Uhr im 10-Minuten-Takt. Dabei wird der Abschnitt zwischen Widdersdorf und der Haltestelle "Eupener Straße" morgens nur in Richtung Innenstadt und nachmittags nur in Richtung Widdersdorf bedient. Zwischen Eupener Straße und Hauptbahnhof fährt die Linie morgens und nachmittags in beide Richtungen. Auf diesem Linienabschnitt entsteht zusammen mit der Linie 173 ein 5-Minuten-Takt.
Linie 173
Die Linie 173 befährt von Weiden bis zur Haltestelle "Eichenstraße" teilweise den Linienweg der Linie 143, ab dort fährt sie über Junkersdorfer Straße zur Aachener Straße und dann weiter wie oben beschrieben bis zur Haltestelle "Dom/Hauptbahnhof". Die Linie fährt montags bis freitags von circa 7 bis 9 Uhr und circa 15 – 19 Uhr im 10-Minuten-Takt. Dabei wird der Abschnitt von Weiden bis zur Haltestelle "Eupener Straße" morgens nur in Richtung Innenstadt und nachmittags nur in Richtung Weiden bedient. Zwischen Eupener Straße und Hauptbahnhof fährt die Linie morgens und nachmittags in beide Richtungen. Auf diesem Linienabschnitt entsteht zusammen mit der Linie 172 ein 5-Minuten-Takt.
Busspur nur im dreispurigen Bereich
Wegen der hohen Kraftfahrzeug-Verkehrsbelastung auf der Aachener Straße kann eine Busspur nur im dreispurigen Bereich zwischen Militärringstraße und Innerer Kanalstraße eingerichtet werden. Einer der drei Fahrstreifen wird zurzeit hauptsächlich zum Parken, Beladen und Entladen sowie als Rechtsabbieger genutzt. Um den Ladeverkehr und Lieferverkehr sicherzustellen, ist die Reservierung der dritten Spur für Busse zeitlich begrenzt auf die Hauptverkehrszeiten zwischen 7 und 9 Uhr stadteinwärts sowie zwischen 15 und 19 Uhr stadtauswärts. Auch Taxis und Elektro Fahrzeuge können diese Spur nutzen.
Teilweise zusätzliche provisorische Haltestellen
Es werden teilweise vorhandene Haltestellen genutzt. Darüber hinaus werden durch Markierungen auf der Fahrbahn in Verbindung mit kleineren baulichen Maßnahmen einige zusätzliche Haltestellen eingerichtet.
Um eine Beschleunigung auf dem eigenen Fahrstreifen zu erreichen, wird die Anzahl der Halte auf der Aachener Straße auf ein Minimum reduziert. Anders als auf der Linie 1 halten die Busse der Linien 172 und 173 nicht im Bereich der Haltestellen "Alter Militärring" und "Clarenbachstift". Aufgrund der vielen Einsteiger und Aussteiger sowie der Verknüpfung zu anderen Buslinien und Stadtbahnlinien werden im Bereich der Stadtbahnhaltestellen "Maarweg", "Aachener Straße/Gürtel", "Melaten" und "Universitätsstraße" zunächst provisorische Haltestellen am Fahrbahnrand in beiden Fahrtrichtungen vorgesehen. Zusätzlich werden beidseitig Bushaltestellen auf Höhe der Stadtbahnhaltestelle "Eupener Straße" eingerichtet.
Die Haltestellen werden in Bereichen eingerichtet, die derzeit noch als Parkplätze genutzt werden. Diese entfallen künftig. Da alle Busse über so genannte "Klapprampen" verfügen, ist ein barrierefreier Einstieg und Ausstieg auch an den provisorischen Haltestellen möglich.
Bedarfe zum Parken, Laden und Liefern wurden angepasst
Die Geschäfte, Praxen und Dienstleister auf der Aachener Straße werden auch nach Einrichtung der Busspur gut erreichbar bleiben. Die vorhandenen geschäftsnahen Parkflächen entlang der Aachener Straße werden mit Parkscheinautomaten bewirtschaftet. Dadurch erhalten insbesondere Kundinnen und Kunden der anliegenden Geschäfte die Möglichkeit, zu parken, da die Parkhöchstdauer auf vier Stunden beschränkt ist. So können die Kunden ihre Geschäfte wie gewohnt erreichen.
Durch die beschriebenen Veränderungen für die Linien 172 und 173 fallen insgesamt 135 Stellplätze weg. Davon sind 110 Stellplätze bewirtschaftet. Dies führt zu Einnahmeausfällen von rund 65.500 Euro pro Jahr (Grundlage: Daten aus 2018). Mit Einrichtung der Linie 171 entfallen nur einige wenige Stellplätze im Innenstadtbereich. Der Einnahmeverlust hier wird etwa 12.500 Euro pro Jahr betragen.
Kosten
Die Kosten für Markierung, Demarkierung, Maßnahmen zur Verkehrssicherung, Beschilderung sowie Anpassung der Steuerung von Lichtsignalanlagen liegen für die Linien 172 und 173 zusammen bei rund 270.000 Euro. 210.000 Euro davon sind voraussichtlich förderfähig und werden aus der ÖPNV-Pauschale aus Landesmitteln refinanziert.
Die geschätzten jährlichen Kosten für das Angebot der Linie 171 betragen rund 1,03 Millionen Euro pro Jahr, die für das Angebot der Linien 172 und 173 rund 2,43 Millionen Euro pro Jahr. Die oben beschriebenen Kompensationen durch Einsparungen auf der Linie 149 sind dabei bereits gegengerechnet.
Die Angebotsveränderungen im Buslinienverkehr sind von der Bezirksregierung in der Fortschreibung des Luftreinhalteplanes als geeignete Maßnahme zur Verbesserung der Luftschadstoffsituation festgeschrieben worden.