Vortrag über die Folgen der medialen Migration

Den kulturellen Wandel der Mosuo, einer Ethnie im Südwesten Chinas, beleuchtet ein Vortrag der Reihe "Kultur in Bewegung – Transkulturalität und Migration" des Ethnopsychoanalytischen Arbeitskreises der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft Köln-Düsseldorf. Wolfgang Hekele erklärt am Donnerstag, 17. Dezember 2015, um 19.30 Uhr im Rautenstrauch-Joest-Museum, Cäcilienstraße 23-33, in Bildern, wie Politik und Wirtschaft in China die Lebenswelt der Mosuo in den Provinzen Yunnan und Sichuan beeinflussen. Hermann Joosten moderiert die anschließende Diskussion.

Die wohl größten Veränderungen in der Kultur der Mosuo während der zurückliegenden Jahrhunderte löste die kommunistische Machtübernahme 1949 aus, so Hekele. Aus seiner Sicht tragen steigende Mobilität und moderne Medien deutlich und in viel kürzerer Zeit zum Umbruch der Ethnie bei. Ein wesentlicher Faktor sei das Fernsehen. Das Medium wird betrachtet als Migration auf medialem Weg. Wirtschaft, Handy und Fernsehen beeinflussen die Kultur der Mosuo mehr als politische Macht, lautet Hekeles These.

Wolfgang Hekele ist Facharzt für Psychotherapeutische Medizin und Psychoanalytiker. Er erforscht seit Jahren nach ethnoanalytischen Kriterien die Mosuo in China, eine der wenigen matriarchalen Ethnien weltweit. Die Huazhong Universität Wuhan verlieh ihm den Professor h.c.

Der Eintritt zur Veranstaltung kostet sechs Euro, ermäßigt vier Euro. Psychologie- und Ethnologie-Studierende der Universität zu Köln erhalten freien Eintritt.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit