Treibhausgasemissionen sollen mit Hilfe diverser Maßnahmenpakete gemindert werden
Köln will bis 2035 klimaneutral werden. Für dieses Ziel hat der Rat der Stadt Köln im Dezember 2022 das Gutachten "Köln klimaneutral 2035" als Handlungsrahmen anerkannt. Basierend auf den dort beschriebenen Maßnahmen und Aktivitätenempfehlungen wurde der "Aktionsplan Klimaschutz" erarbeitet. Diesen legt die Verwaltung dem Rat in seiner Sitzung am 7. Dezember 2023 zum Beschluss vor.
Der Aktionsplan stellt erstmals verwaltungsübergreifend dar, welche klimaschutzwirksamen Aktivitäten die Stadt Köln sowie die städtischen Beteiligungen bereits umsetzen, planen fortzuführen, zu intensivieren oder weiterzuentwickeln – von Sanierungen und klimaneutraler Wärmeversorgung der eigenen Liegenschaften, Konzepten zur Mobilität und Müllvermeidung bis hin zu spezifischen Förderprogrammen oder regulativen Maßnahmen, beispielsweise verbindliche energetische Standards. Der Aktionsplan ist das Ergebnis eines umfassenden Multi-Akteur-Prozesses der Stadt Köln, an dem alle städtischen Dezernate und städtische Beteiligungen mit hohem Einfluss auf das gesamtstädtische Treibhausgasminderungspotenzial mitgewirkt haben.
Oberbürgermeisterin Henriette Reker:
Mit dem Aktionsplan Klimaschutz zeigen wir erstmals auf, wie wir die wichtige Zukunftsaufgabe einer klimaneutralen Stadt im Handeln von Verwaltung und städtischen Beteiligungen verankern. Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Stadt Köln leistet ihren Beitrag und geht mit diesem umfassenden Maßnahmenpaket wichtige Schritte auf dem Weg zur Klimaneutralität 2035.
William Wolfgramm, Beigeordneter für Klima, Umwelt, Grün und Liegenschaften der Stadt Köln:
Wir setzen mit dem Aktionsplan klare Impulse für mehr und konsequenten Klimaschutz. Gleichzeitig sehen wir aber auch, in welch erheblichem Maße die Anstrengungen weiter intensiviert werden müssen. Um dies kontinuierlich überprüfen zu können, bauen wir ein eigenes Klimaschutz-Monitoring auf. Der Aktionsplan wird mit diesem verknüpft, fortgeschrieben und weiterentwickelt.
Der "Aktionsplan Klimaschutz" gliedert sich entlang der sechs Handlungsfelder aus der gutachterlichen Klimaschutzstrategie. Innerhalb der einzelnen Kategorien skizzieren Steckbriefe die Vorhaben und geben einen Überblick über konkrete Zielsetzungen der kommenden Jahre. Dabei werden Maßnahmen berücksichtigt, die im direkten und indirekten Einflussbereich der Verwaltung und der Beteiligungen liegen. Die dargestellten Vorhaben haben ein Einsparpotential von geschätzten 1,14 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr. Davon entfallen 63 Prozent auf die Stadtverwaltung und 37 Prozent auf die städtischen Beteiligungen.
Die Handlungsfelder in der Übersicht
Mit Blick auf das Ziel einer gesamtstädtischen Klimaneutralität ist der direkte sowie indirekte Einflussbereich der Stadtverwaltung und der städtischen Beteiligungen beschränkt. Ein Großteil des Einflussbereichs liegt auf Ebene der verschiedenen Akteur*innen wie Stadtgesellschaft und Unternehmen sowie auf der politischen Einflussebene.
Das höchste CO2-Einsparpotenzial der Stadtverwaltung und der städtischen Beteiligungen liegt im Handlungsfeld "Gebäude und Quartiere werden klimaneutral". Die Verwaltung wird hier gemeinsam mit der Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH (AWB), der GAG Immobilien, der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) und der Rheinenergie zum Beispiel entsprechende Sanierungsfahrpläne mit dem Ziel der Modernisierung der Immobilieninfrastruktur und der strategischen Investitionsplanung erstellen. Beim geplanten Abriss des Bezirksrathauses Innenstadt soll Erfahrungswissen im Bereich des zirkulären Bauens generiert werden, um dieses Konzept auch künftig weiter in die Umsetzung bringen zu können. Die Sportstätten sollen energetisch saniert werden und die AWB planen einen CO2-neutralen Betrieb aller Standorte. Private Eigentümer*innen erhalten durch das Förderprogramm "Gebäudesanierung – klimafreundliches Wohnen" Unterstützung bei der Sanierung ihres Bestandes.
Das Handlungsfeld "Klimaneutrale Energieversorgung erreichen" umfasst beispielsweise eine Photovoltaik-Ausbaustrategie für kommunale Gebäude. Auch die Beteiligungen wie die Stadtentwässerungsbetriebe, der Flughafen Köln/Bonn, der Zoo oder die Koelnmesse werden den Ausbau von Photovoltaik weiter vorantreiben. Beim Ausbau der Windenergie auf Kölner Stadtgebiet besteht ein abgestimmtes Vorgehen der Verwaltung mit Landes- und Bezirksregierung (Neuaufstellung des Regionalplans sowie des Landesentwicklungsplans) sowie den beteiligten Akteur*innen, um die beschleunigte Umsetzung von Projekten zu ermöglichen. Die kommunale Wärmeplanung (KWP) nimmt eine zentrale steuernde Funktion im Bereich der Wärmeversorgung ein. Hier werden derzeit die Grundlagen für Köln erstellt durch Datenerhebung und Analyse der Wärmebedarfe, der Potenziale für erneuerbare Wärme (Geothermie) und unvermeidbare Abwärme sowie Potenziale für Energiespeicher. Die Rheinenergie legt in Bezug auf ihre eigenen Netze, insbesondere die Fernwärme, aktuell ihre Transformationspläne auf.
Im Handlungsfeld "Arbeiten und Wirtschaften erfolgen klimaneutral" führt die Verwaltung unter anderem eine nachhaltige Ausrichtung des städtischen Einkaufs und der Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen im Sinne des Klimaschutzes sowie die Einführung von Klimaschutzkriterien beim Verkauf von Gewerbegrundstücken durch. Hohe direkte Treibhausgas-Einsparpotenziale werden im Einflussbereich der Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln (AVG) beispielsweise durch den Einsatz von Biomassebrennstoffen als Ersatz für fossile Kraft- und Brennstoffe oder CO2-Minderung in der Müllverbrennung durch CO2-Abscheidung realisiert. Kölner Unternehmen werden von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung unter anderem bei der Gemeinwohlbilanzierung unterstützt oder erhalten Beratung für gewerbliche Nachhaltigkeitsprojekte.
In der Kategorie "Mobilität und Logistik werden klimaneutral" entwickelt und koordiniert die Verwaltung derzeit den nachhaltigen Mobilitätsplan "Besser durch Köln". Dieser Strategieprozess mit breit angelegter Akteursbeteiligung definiert die Mobilität der Zukunft in Köln. Der Prozess läuft noch bis 2025 und umfasst unter anderem den Ausbau öffentlicher Ladesäulen, den Stadtbahnausbau, Anpassungen in Bezug auf den motorisierten Individualverkehr (beispielsweise Bewohnerparken, CarSharing, Parkgebühren) oder die Fuß- und Radverkehrsförderung im Bereich der Nahmobilität. Die Beiträge und die Rolle von Verwaltung und Beteiligungen werden nach Abschluss des Prozesses konkret vorliegen.
Im Handlungsfeld "Klimaneutralen Lebensstil und Bildung fördern" wird mit dem "Zero Waste-Konzept" ein konkreter Fahrplan für die Reduzierung der Siedlungsabfälle, der Restmüllmengen und der Rückführung von Wertstoffen in den Kreislauf vorgelegt. Im Fokus steht auch die schulische und außerschulische Nachhaltigkeitsbildung gemeinsam mit Träger*innen und Akteur*innen. Durch das Programm "Köln hoch 3" können Mitarbeiter*innen städtischer und städtisch geförderter Kulturinstitutionen die "Weiterbildung Transformationsmanager*in" absolvieren. Sie erhalten hier konkretes Wissen, wie Kulturstätten und Medienproduktionen den Weg zu mehr Nachhaltigkeit beschreiten können.
"Kommunale und zivilgesellschaftliche Transformation zur Klimaneutralität erreichen" beinhaltet unter anderem den Aufbau eines digitalen Monitorings und Controllings zum Klimaschutz. Damit kann das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2035 gemanagt und überprüft werden. IT-Projekte innerhalb der Verwaltung sollen mittels digitaler Lösungen ressourcenschonender und nachhaltiger arbeiten. Zudem soll die Kompetenz der Rechtsberatung im Bereich Klimaschutz etwa bei Planung und Umsetzung von Maßnahmen weiter auf- und ausgebaut werden. Schließlich gibt die im Oktober 2023 gestartete gesamtstädtische Klimaschutzkampagne für Köln den unterschiedlichen Akteur*innen und Maßnahmen im Klimaschutz mehr Sichtbarkeit. Mit unterschiedlichen Kommunikationsformaten will die Stadt Köln informieren und die Menschen für den Klimaschutz in Köln begeistern.