Das Projekt soll noch im Jahr 2020 an den Start gehen

Der Rat der Stadt Köln hat in seiner seiner Sitzung am Donnerstag, 6. Februar 2020, einen Pilotversuch zum Aufbau eines On-Demand-Angebots als Ergänzung des bestehenden ÖPNV-Angebots beschlossen. Das On-Demand-System soll auch dort positive Effekte für die Verkehrswende erreichen, wo derzeit noch vorwiegend der Individualverkehr genutzt wird. Das Angebot wird Teil des öffentlichen Dienstleistungsauftrags zwischen der Stadt Köln und der Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB). Auf Basis des Beschlusses werden Stadtverwaltung und KVB einen Vorschlag zur konkreten Einführung des On-Demand-Systems vorbereiten und den politischen Gremien zum Beschluss vorlegen.

Mit zunächst zehn elektrisch betriebenen Kleinbussen soll die Erschließung von Quartieren in Stadtrandlage verbessert werden, wo keine großen Busse oder Stadtbahnen fahren. Das Pilotprojekt sieht vor, dass die Kleinbusse nachfrageorientiert sowie unabhängig von festen Routen und vorgegebenen Fahrplänen als zusätzliches Angebot zur Verfügung stehen. Dabei teilen sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug und werden vorzugsweise nach Buchung per Smartphone-App an einer bestehenden oder virtuellen Haltestelle abgeholt und zu ihrem Ziel gebracht. 

Das System kombiniert ähnliche Startpunkte und Zielpunkte von Buchenden und berechnet eine optimierte Route. Die Kleinbusse dienen wochentags zur Feinerschließung von Quartieren und werden am Wochenende als Nacht-Shuttle eingesetzt. Grundlage für die Umsetzung ist die Vergabe zur konkreten Konzepterarbeitung und einer Potentialanalyse für die Bediengebiete. Daran anschließend erfolgen die Ausschreibungen für Software und Fahrzeuge.

Die Software beinhaltet unter anderem den Algorithmus zur Steuerung der On-Demand-Verkehre sowie eine App für die Kunden und die Fahrer. Darüber hinaus sollen eine Verknüpfung mit der KVB-App, eine Integration in das bestehende Tarifsystem sowie der Verkauf von Tickets im Fahrzeug erfolgen. Zudem muss auf einem Betriebshof der KVB die benötigte Ladeinfrastruktur aufgebaut sowie eine Software beschafft werden.

Die Kosten für das geplante Angebot werden inklusive des benötigten Fahrpersonals bei rund eine Million Euro pro Jahr liegen. Eine Förderung durch den Bund wurde bereits beantragt. Die Stadt Köln hat darüber hinaus am 15. Januar 2020 eine Projektskizze zur Einwerbung von Fördermitteln beim Land NRW eingereicht. Im Falle einer positiven Beurteilung durch eine Jury wird die Stadt Köln einen formalen Förderantrag für das Projekt stellen.

Wir müssen gerade auch für die nicht innenstadtnahen Stadtteile attraktive Angebote und damit Anreize schaffen, das eigene Auto stehen zu lassen,

erläutert Andrea Blome, Beigeordnete für Mobilität und Liegenschaften der Stadt Köln.

Insofern hoffe ich, dass das On-Demand-Angebot angenommen und zu einem dauerhaften Angebot wird.

Mit dem On-Demand-Verkehr wollen wir einen weiteren Beitrag im Rahmen der Daseinsvorsorge in Köln leisten, um noch mehr Menschen zu einem Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf klimafreundlichere öffentliche Angebote zu motivieren,

ergänzt Stefanie Haaks, Vorstandsvorsitzende der Kölner Verkehrs-Betriebe AG. Ziel ist es, noch in 2020 das räumlich begrenzte Pilotprojekt zur Feinerschließung zu starten. Sollte sich das Angebot bewähren, ist im nächsten Schritt eine Ausweitung auf weitere Quartiere denkbar.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit