Integration muss in Köln einfacher, wirksamer und nachhaltiger werden
Oberbürgermeisterin Henriette Reker möchte noch in diesem Jahr ein Amt für Integration und Vielfalt einrichten. Köln ist seit Jahrhunderten eine Einwanderungsstadt für Menschen aus vielen Ländern, die aus persönlichen, politischen, religiösen, aber auch wirtschaftlichen Gründen in die Kommune am Rhein kommen. Köln ist als bunte und tolerante Stadt in Deutschland bekannt. Fast jeder dritte Einwohner und jede dritte Einwohnerin in Köln verfügen bereits heute über einen Migrationshintergrund; etwa ein Prozent leben derzeit als Geflüchtete in städtischen Unterkünften. In den vergangenen Jahrzehnten ist in Köln eine der lebendigsten und vielseitigsten Lesben-, Schwulen-, Bi-, Transsexuellen-, Transgender- und Intersexuellen (LSBTI)-Communities Europas gewachsen. Inklusion ist ein wichtiger Bestandteil des städtischen Standards.
Ziel des neuen Amtes, das im Dezernat der Oberbürgermeisterin angesiedelt ist, wird sein, dass die Themen "Einwanderung" und "Vielfalt" das Verwaltungshandeln und die Stadtgesellschaft stärker prägen. Integration muss in Köln einfacher, wirksamer und nachhaltiger, Vielfalt und Inklusion noch selbstverständlicher werden.
Diese Querschnittsthemen gilt es nun, vermehrt in den Fokus für Verwaltungshandeln und Verwaltungsplanung zu bringen durch
eine gesamtstädtische und strategische Ausrichtung der Themen Integration und Vielfalt
- die Bündelung fachverwandter strategischer und operativer Aufgaben
- transparente, effektive Strukturen und
- den Auf- und Ausbau stabiler Netzwerke.
Oberbürgermeisterin Reker:
Es war eines meiner erklärten politischen Ziele und auch eine Haltungsfrage, in unserer Stadt ein Amt für Integration und Vielfalt einzurichten. Mit diesem Schritt positioniert sich Köln entschieden für Toleranz und gleichberechtigte Teilhabe innerhalb der Stadtverwaltung und -gesellschaft.
In das neue Amt sollen nach derzeitigem Stand folgende bisherige Aufgabenbereiche integriert werden: das Team "Integrationskurse" des Ausländeramtes, die Dienststelle Diversity mit dem Kommunalen Integrationszentrum, das Büro des Behindertenbeauftragten und die Fachstelle LSBTI, der Interkulturelle Dienst sowie das Referat Flüchtlingskoordination.
In der neuen Dienststelle werden übergreifende Aufgaben aber auch ausgewählte operative Einheiten der Stadtverwaltung zusammengeführt. Es ist geplant, die in Zusammenarbeit mit vielen Akteuren der Stadtgesellschaft entwickelten Konzepte
- Stärkung integrative Stadtgesellschaft (Integrationskonzept)
- Köln l(i)ebt Vielfalt Diversity-Konzept
- Handlungskonzept zur Kölner Behindertenpolitik und
- Leitlinien zur Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen
nun mit gebündelten Kräften umzusetzen beziehungsweise weiterzuentwickeln.In den Jahren 2014 bis 2016 mussten sich die Aktivitäten der Verwaltung prioritär auf die Unterbringung der geflüchteten Menschen ausrichten. Die Zahl der Geflüchteten sinkt derzeit, es wird aber weiterhin Einwanderung nach Köln geben, auch aus den europäischen Ländern. Nun gilt es, neben der Optimierung der Unterbringung auch die soziale, kulturelle, schulische und berufliche Teilhabe auszubauen, um den Menschen, die in Köln bleiben und weiterhin nach Köln kommen, die Integration in die Stadtgesellschaft zu erleichtern. Die im Projekt "Einwanderung gestalten NRW" gewonnenen Erkenntnisse werden in die Überlegungen zur Neustrukturierung einfließen.
Die Förderung der Vielfalt in der Stadtgesellschaft und insbesondere auch die interkulturelle Öffnung der Verwaltung sind wesentliche Bestandteile des Konzepts: "2020 Köln l(i)ebt Vielfalt". Mit der 2016 beschlossenen Fortschreibung des Handlungskonzeptes der Kölner Behindertenpolitik sollen Barrieren abgebaut werden, die nach wie vor verhindern oder erschweren, dass Menschen mit Behinderung gleichberechtigt am Leben in Köln teilnehmen können.
Eine Projektgruppe bereitet derzeit die organisatorische Einrichtung des Amtes für Integration und Vielfalt vor.