Podiumsgespräch in der Kölner Zentralbibliothek
Seine Interventionen in die bundesrepublikanische Gesellschaft und Politik platzierte Heinrich Böll stets an den Stellen, an denen es wehtun konnte. Sie sollten unter den Deutschen Antworten aus gesellschaftlicher Selbstbefragung provozieren, woraus eine spannungsreiche Beziehung entsprang. Im Medium der Literatur, in essayistischen Publikationen, in Reden und Interviews umkreiste Böll hartnäckig die Frage, in welchen Werten sich die Mentalitäten der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg spiegelten. Er wollte wissen, was eine Gesellschaft erkennbar machte, in und durch die sich der Einzelne artikulieren kann. Das Maß war der Mensch und seine Menschlichkeit und der Anspruch, dass sich die Verhältnisse ändern lassen. Welche Spuren Heinrich Bölls Werk, seine Einsprüche und Aufforderungen im kulturellen Gedächtnis hinterlassen haben, das ist über Würdigung seiner ebenso unbestrittenen wie umstrittenen Lebensleistung hinaus die – bei aller historischen Distanz – offene Frage.
Mit ihr beschäftigen sich Tanja Dückers, Ralf Fücks und Ralf Schnell in einem Podiumsgespräch anlässlich des 30. Todestages von Böll (16. Juli 2015) am Montag, 28. September 2015, um 19 Uhr in der Zentralbibliothek am Neumarkt. Die Moderation übernimmt Stefanie Junker.
Die Schriftstellerin, Germanistin und Journalistin Tanja Dückers erhielt für ihr literarisches und publizistisches Werk zahlreiche Stipendien und Preise. Als Kolumnistin schreibt sie unter anderem in der ZEIT. Ralf Fücks gehört dem Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin an. Der Literatur- und Medienwissenschaftler Ralf Schnell ist Mitherausgeber der Kölner Werkausgabe Heinrich Bölls.
Bei der Veranstaltung arbeitet das Heinrich-Böll-Archiv der Stadtbibliothek Köln mit der Heinrich-Böll-Stiftung zusammen.
Der Eintritt ist frei!