Preisträgerin von "Update Cologne #4" ist Gudrun Barenbrock

41 Foto Update Cologne Greenhouse © Helge Krückeberg
Update Cologne Greenhouse, Kunstfestspiele Herrenhausen

Nach drei erfolgreichen Durchläufen in den Vorjahren wird die Ausstellungsreihe "Update Cologne" in den Räumen der Michael Horbach Stiftung in 2021 fortgesetzt. Eine achtköpfige Jury beurteilte die 87 Bewerbungen der diesjährigen Ausschreibung insbesondere mit Blick auf die Qualität der eingereichten jüngeren Arbeiten, des Gesamtwerks und der Tatsache, dass die Künstlerin oder der Künstler seit mindestens zehn Jahren in Köln ansässig sowie anhaltend künstlerisch aktiv sein muss.  

Unter Betrachtung dieser Kriterien fiel die Entscheidung für 2021 auf Gudrun Barenbrock. Seit 2004 verwebt die Videokünstlerin und Malerin die Wirkung ihrer Medien und malt gewissermaßen mit der Kamera. Die Aufnahmen erstellt sie zum Beispiel während ihrer Reisen in abgelegene Gebiete in Zentralafrika, Nord- und Südamerika und Asien oder auf einer Fahrradtour durch regionale Gefilde mit einer an der Radnabe befestigten Kamera. Es entstehen Videoaufzeichnungen von vorbeiziehenden Landschaften während einer Zugfahrt, ebenso wie Aufnahmen von kleinsten Partikeln unter dem Mikroskop.  

Im Anschluss bearbeitet die Künstlerin das Material und gestaltet daraus raumgreifende Videoinstallationen. Betritt der Besucher eine ihrer Inszenierungen, taucht er in einen Fluss aus Farben, Formen und Tönen ein, der aus verschiedenen Richtungen auf ihn einströmt und wie in einer dreidimensionalen, immateriellen Collage Versatzstücke der Realität kombiniert. Durch eine parallele Projektion von allen Seiten durchdringen sich die Bilder, die direkt auf die Wände oder auf Gazebahnen im Raum projiziert werden. Schatten, Spiegelungen, Lichtblitze vermengen sich zu einem vielgestaltigen abstrakten Arrangement aus bewegten Umrissen und Strukturen. Dieses wird oft begleitet durch Kompositionen von Klangkünstlern und Musikern, die den strömenden Rhythmus der Bilder akustisch reflektieren.  

Für "Update Cologne #04" wird Gudrun Barenbrock eine speziell für die Räume der Michael Horbach Stiftung konzipierte Projektion entwickeln. Den Sound zur Installation werden die beiden Klangkünstler Udo Moll und Klaus Osterwald beisteuern.                        

Künstlerin Gudrun Barenbrock schloss ihr Studium 1991 an der Kunstakademie Münster als Meisterschülerin von Ulrich Erben ab. Sie lebt und arbeitet seit 1995 in Köln. 

"Update Cologne #04" wird von Sonntag, 21. März 2021 (ab 18 Uhr), bis einschließlich Sonntag, 18. April 2021, in den Räumen der Horbach-Stiftung zu sehen sein. Die Finissage mit Präsentation der Publikation ist für Sonntag, 18. April 2021, 18 Uhr geplant. Öffnungszeiten (entsprechend der dann aktuell gültigen Bestimmungen und Auflagen): mittwochs, freitags und sonntags von 18 bis 22 Uhr.   

Hintergrund: Das Format "Update Cologne" widmet sich Kölner Künstlerinnen und Künstlern ab 50 Jahren, die schon über einen langen Zeitraum kontinuierlich in Köln tätig sind, deren Arbeiten aber – aufgrund eines Mangels an großzügigen Ausstellungsräumen – hier vor Ort selten in größerem Rahmen gezeigt wurden. In Kölner Ateliers erfolgt eine künstlerische Produktion hoher Qualität und weiter medialer Spannbreite. Seit Abriss der Kölner Kunsthalle fehlt jedoch in Köln eine Ausstellungshalle, die es den ortsansässigen Künstlerinnen und Künstlern ermöglicht, ihr Werk in größeren Räumen zu präsentieren, die dem Publikum erlauben, mehr als nur einen Ausschnitt des Oeuvres sehen zu können. Aus diesem Wunsch erwuchs in 2017 eine Initiative des Kulturamtes Köln, neue Kooperationspartner zu finden, und mit ihnen ein geeignetes Raumangebot für Kölner Künstler und Künstlerinnen. Dank der Zusammenarbeit mit der Michael Horbach Stiftung ist es gelungen, ein räumliches Angebot an die hiesige Künstlerschaft zu richten, das seinesgleichen in Köln sucht.  

In den vergangenen Jahren wurden im Rahmen von "Update Cologne" Werke von Adi Meier-Grolman (2018), Heiner Blumenthal und Matthias Surges (2019) sowie Doris Frohnapfel und Jon Shelton (2020) gezeigt.  

Die Ausstellungsreihe wird konstant vom Kulturamt der Stadt Köln als Mitinitiator der Reihe gefördert sowie optional von weiteren, jährlich wechselnden Förderern finanziell unterstützt. Das Fördervolumen beläuft sich auf rund 21.000 Euro. Seit 2018 fungiert das Kulturwerk des BBK Köln e.V.

UPDATE COLOGNE Birgit Laskowski Kunstprojekte Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit