Stadt startet ersten Lehrgang am 1. September 2019
Die Stadt Köln bietet die dreijährige Ausbildung mit dem Berufsabschluss Verwaltungsfachangestellte/r in diesem Jahr erstmals mit dem Differenzierungsschwerpunkt "Öffentliche Ordnung" an. Köln ist damit neben Düsseldorf die zweite Stadt in NRW, die den Auszubildenden zusätzlich zur Qualifikation für den allgemeinen Verwaltungsdienst eine ordnungsbehördliche Schwerpunktqualifikation anbietet. Der erste Lehrgang startet am 1. September 2019 mit 20 Auszubildenden. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 31. März 2019. Der praktische Teil der Ausbildung wird überwiegend im Ordnungsamt und dort bevorzugt im Ordnungsdienst durchgeführt. Andere Bereiche mit ordnungsrechtlichen Aufgaben wie das Einwohnermeldeamt, die Kundenzentren und die Bürgerämter ergänzen das Ausbildungsspektrum. Die theoretischen Grundlagen werden am Rheinischen Studieninstitut für Kommunale Verwaltung erarbeitet. Dazu gehören allgemeine Rechtsgebiete wie Staats- und Verfassungsrecht, Verwaltungs- und Sozialrecht, sowie Haushaltsrecht und Betriebswirtschaftslehre. Im Differenzierungsbereich stehen Polizei- und Ordnungsrecht, Kölner Stadtrecht, Umweltrecht sowie Kommunikations- und Einsatztechniken auf dem Lehrplan.
Nach der erfolgreichen dreijährigen Ausbildung sollen die Absolventinnen und Absolventen vorrangig im Außendienst des Ordnungsdienstes eingesetzt werden. Dort können sie ihr rechtliches Wissen praktisch anwenden und die Menschen in Köln in der täglichen Arbeit ansprechen, informieren und beraten. Dazu zählen auch Hinweise auf ordnungsrechtlich relevantes Fehlverhalten und ordnungsrechtliche Maßnahmen wie Verwarnungen, Bußgeldverfahren und Platzverweise. Ein weiterer Schwerpunkt der Außendiensttätigkeit liegt in der präventiven Arbeit zur Vermeidung von Ordnungswidrigkeiten durch gezielte Ansprachen, aber auch durch die Präsenz im öffentlichen Raum.
Die Stadt Köln verspricht sich vom Einsatz dieser umfassend ausgebildeten Verwaltungskräfte neue Akzente in der ordnungsbehördlichen Außendienstarbeit. Gleichzeitig sollen die Einsatzkräfte auch schon in der Einarbeitung nach der Prüfung mit neuartigen Situationen flexibler umgehen können, indem sie auf ein breit gefächertes Wissen zurückgreifen. Die Ausbildungsvergütung beträgt im ersten Jahr rund 970 Euro brutto und steigt bis auf rund 1.070 Euro im dritten Jahr. Nach der Ausbildung erfolgt eine Beschäftigung in Aufgabengebieten des mittleren Dienstes, bevorzugt im Ordnungsdienst. Stellen im Außendienst des Ordnungsdienstes sind aktuell mit Entgeltgruppe 9a bewertet. Dort liegt beispielsweise das Brutto-Entgelt 2019 für einen Ermittler oder eine Ermittlerin 9a, Stufe 1, bei 2818,96 Euro. Hinzu kommen weitere Zulagen, die von Dienstzeiten und Einsätzen abhängen. Als Ergebnis der Tarifrunde 2018 für den öffentlichen Dienst, werden die Entgelte zum 1. April 2019 und 1. März 2020 weiter erhöht. Fortbildungsangebote und Lehrgänge im weiteren Verlauf des Berufslebens bieten die Möglichkeit, später auch Aufgaben im gehobenen Verwaltungsdienst zu übernehmen.