"Künstlerische Überlieferungen im Archiv"
Band 112 der Reihe "Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln" Das Historische Archiv mit Rheinischem Bildarchiv präsentiert seinen neuesten Teil aus der Reihe "Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln".
Unter dem Titel "Künstlerische Überlieferung im Archiv" befasst sich der 112. Mitteilungsband mit den unterschiedlichsten künstlerischen Beständen aus dem Historischen Archiv. So finden sich zahlreiche Beiträge, die sich mit Heinrich Böll und Jacques Offenbach sowie ihrer Präsenz im Historischen Archiv der Stadt Köln und darüber hinaus befassen. Diese sind im Rahmen einer Tagung zu Böll sowie einer Ausstellung im Offenbachjahr 2019 entstanden.
Zudem wird der Archivbestand von Ludwig Arentz, mit seinen umfangreichen Architekturzeichnungen genauer untersucht. Ein weiterer Beitrag des Mitteilungsbandes beschäftigt sich mit den Signets mittelalterlicher bis frühneuzeitlicher Notare. Diese Vorgänger der heutzutage üblichen Unterschrift wurden seinerzeit verwendet, um die Echtheit von Urkunden zu garantieren. Durch die Nutzung der mitunter kunstvoll gestalteten Signets konnte dem Problem der fragilen Beschaffenheit von Wachssiegeln begegnet werden. Ebenso wurde es Analphabeten ermöglicht, die Echtheit eines Diploms zu prüfen.
Der Mitteilungsband kann ab dem 19.10.2023 für 15 Euro im Lesesaal des Historischen Archivs mit Rheinischem Bildarchiv am Eifelwall 5, dem Buchhandel oder per E-Mail erworben werden.
Künstlerische Überlieferungen im Archiv – Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln, Band Nr. 112
Herausgegeben von Dr. Bettina Schmidt-Czaia, Köln 2023
Deutsche Sprache; 151 Seiten
ISBN 978-3-928907-55-2
Ausstellung eröffnet: Franka Hörnschemeyer – Gipskartonfeuerschutz
Zeitgenössische Kunst im Museum Schnütgen
Laufzeit: 19.10.2023 — 21.01.2024
Die Audioarbeit Gipskartonfeuerschutz hat Franka Hörnschemeyer (*1958) 2020 auf Grundlage ihres Künstlerbuchs GKF von 1992 entwickelt. Die Publikation mit einer limitierten Auflage von 150 Exemplaren besteht aus fragmentierten originalen Architektenplänen für beispielsweise Wohnungen, Büros, Kaufhäuser oder Werkstätten. Aus den Beschriftungen der Pläne hat die Künstlerin funktionale Begriffe wie "Müllraum", "Notausstieg" oder "Fliesenspiegel" gewählt, die in der Sprechversion alle 22 Sekunden erklingen. Drei Audiostationen in den sehr unterschiedlichen Gebäudeteilen des Museum Schnütgen sorgen für Momente der Irritation, wenn beim Anblick einer mittelalterlichen Skulptur das Wort "Gipskarton" scheinbar aus dem Nichts erklingt.
Franka Hörnschemeyer setzt sich in ihrem Œuvre seit den frühen 1990er Jahren künstlerisch mit Architekturen und Orten auseinander. Ihre Kunstwerke reichen von kleineren Objekten hin bis zu Konstruktionen, die große Räume ausfüllen. Im Museum Schnütgen erwarten die Besucher*innen neben der Audioarbeit zwei ausgestellte Unikate der Publikation GKF. Eines davon kann an einer Medienstation digital durchgeblättert werden.
"Emil:ia" – Was macht eine Frau zur Frau? Geschichte einer Transition
Buchvorstellung mit Autorin Peer Jongeling und Marija Bakker in der Zentralbibliothek
"Es ist irgendwie verrückt, wie sicher man sich bei einer Entscheidung fühlen kann. Sicher, dass man sich nie umentscheiden wird. Doch das einzig sichere im Leben ist Veränderung." Der introvertierte Transmann Emil fühlt sich in seinem weiblichen Körper nicht zuhause und befindet sich auf dem Weg einer Transition in sein eigenes Geschlecht. Der Entschluss zu seiner so lang ersehnten Brustangleichung ist geprägt durch Zweifel, Zwiegespräche mit dem eigenen Spiegelbild, den Kampf um Akzeptanz im eigenen Umfeld und den Austausch mit seinem besten Freund Ari. Hinzu kommt noch die neue Mitbewohnerin Lisa, die in Emils Augen wunderschön und selbstbewusst ist, aber seine Welt komplett auf den Kopf stellt. Was genau steckt eigentlich hinter seiner Geschlechtsidentität? Was kann eine Operation verändern? Und wie geht man damit um, vielleicht einen riesigen Fehler gemacht zu haben?
Die Illustratorin und Comiczeichnerin Peer Jongeling, geboren 1996 in Bremen, studierte Kommunikationsdesign und in Düsseldorf und Brüssel. Ihre Werke behandeln Themen wie Geschlecht, LGBT+ und Feminismus. Im Oktober 2022 erschien ihr neuester Comic, "Emil:ia". Aktuell arbeitet sie als selbstständige Illustratorin, gibt Workshops und Lesungen und ist stets in neue Comicprojekte involviert.
Marija Bakker, geboren 1972, ist freie Journalistin. Sie arbeitet für diverse Literatur- und Wissenschaftsmagazine des NDR und WDR und moderiert Sendungen, die sowohl Kinder als auch Erwachsene auf unterhaltsame Art und Weise informieren. Ihre besondere Liebe gilt dem Radio, wo sie auf WDR 5 unter anderem "Quarks" und diverse Büchersendungen, wie zum Beispiel "Bücher, das Literaturmagazin" und das "Hörbuchmagazin" präsentiert.
Am Dienstag, 31. Oktober 2023, ab 19 Uhr, findet das Gespräch zwischen Peer Jongeling und Marija Bakker in der Zentralbibliothek am Neumarkt statt. Einlass am Josef-Haubrich-Hof 1 ist ab 18.30 Uhr. Das Ticket kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro, mit Schwerbehindertenausweis 4 Euro. Karten sind im Vorverkauf hier oder an der Abendkasse erhältlich. Die Veranstaltung findet im Rahmen des 3. Litfest homochrom in Kooperation mit homochrom e.V. statt. Das queere Literaturfestival findet vom 27. Oktober bis 5. November an verschiedenen Kölner Orten statt. Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen von 360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft. Das Litfest homochrom wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.