Die Partnerschaft im Porträt

Die Städtepartnerschaft mit Corinto/El Realejo in Nicaragua wurde 1988 mit Unterzeichnung der offiziellen Städtepartnerschaftsurkunde von Vertreterinnen und Vertretern beider Kommunen im Rahmen eines Festakt besiegelt.

Die Gründung dieser Städtepartnerschaft ist auf die prekäre Situation der Bevölkerung unter der Diktatur von Staatspräsident Anastasio Somoza Debayle zurückzuführen. Der Revolutionär und Politiker Enrique Schmidt Cuadra, von 1982 bis 1984 Minister für das Post- und Fernmeldewesen in Nicaragua, war in den siebziger Jahren als Student der Wirtschaftswissenschaften an der Universität zu Köln immatrikuliert. Er berichtete seinen Kommilitoninnen und Kommilitonen über die verheerenden Zustände und das Leid der Menschen in seinem Heimatland sowie über den Freiheitskampf der sandinistischen Bevölkerung. Nach dem Sieg der Sandinistischen Revolution, an der er als einer der Anführer maßgeblich beteiligt war, wirkte er aktiv bei der Umgestaltung des Staates mit. 1984 fiel Schmidt Cuadra im Contrakrieg. Sein Tod löste in Nicaragua, Europa und vor allem in Deutschland große Bestürzung aus und führte zu einer Reihe von Gedenkveranstaltungen, Ehrungen und Solidaritätsbekundungen. In Köln regte sein ehemaliger Freundeskreis aus der Studienzeit die Gründung der Städtepartnerschaft mit Corinto/El Realejo an, da Schmidt Cuadra in Corinto seine Kindheit verbrachte und die Hafenstadt an der Pazifikküste stark vermint zu einem der strategischen Orte im Contrakrieg geworden war.

sdr © Stadt Corinto

Die Doppelpartnerschaft mit Corinto und El Realejo ist historisch bedingt. El Realejo war im 16. Jahrhundert der Pazifik-Hafen in der Neuen Welt, von wo aus das spanische Volk die Eroberung Südamerikas vorantrieb. Allerdings versandete der historische Hafen in den folgenden Jahrhunderten und auf der vorgelagerten Halbinsel entstand der moderne Hafen mit dem Namen Corinto, benannt nach der griechischen Stadt Korinth.

Mit der Städtepartnerschaft mit Corinto/El Realejo, so Oberbürgermeister a. D. Dr. Norbert Burger, sollte dauerhaft ein 

Beitrag zur Völkerverständigung und Friedenspolitik

geleistet sowie der Demokratisierungsprozess und die wirtschaftliche Stabilisierung unterstützt werden.

Anfänglich sind vor allem Hilfsgüter für den Aufbau des Gesundheits- und Schulwesens von Köln nach Nicaragua gegangen. Nach dem Wirbelsturm Mitch 1998, der große Verwüstungen angerichtet hat, kam bei einer großangelegten Spendenaktion in Köln - unterstützt durch die DuMont Mediengruppe GmbH & Co. KG - eine Million Deutsche Mark zusammen. Diese Mittel wurden zum Wiederaufbau der Infrastruktur, insbesondere im Bereich Wasserwirtschaft, verwendet. Damit zeichnete sich schon früh ab, in welche Richtung sich die Städtepartnerschaft entwickeln wird.

Urkunde Corinto El Realjo © Stadt Köln

Heute kann sie als eine sehr erfolgreiche und gleichberechtigte Partnerschaft im Rahmen der Kommunalen Entwicklungszusammenarbeit verstanden werden. Eine Partnerschaft von Kommune zu Kommune und von Mensch zu Mensch, die ganz maßgeblich auch vom unermüdlichen ehrenamtlichen Engagement des Städtepartnerschaftsvereins und weiterer Einrichtungen der Zivilgesellschaft lebt. Ohne ihr aktives, motiviertes Mitgestalten, ohne ihre Impulse und ihr Ideenreichtum wäre die Umsetzung vieler Projekte in dieser Qualität nicht möglich.

Die wichtigsten Themenfelder in der bilateralen Arbeit sind:

  • Umwelt
  • Gesundheit
  • Jugend / Bildung
Zur Partnerschaftsurkunde im Originalwortlaut
SDG Logo NON UN © UN

Mit diesen thematischen Schwerpunkten zeigt sich, dass kommunales Handeln im Rahmen von Städtepartnerschaften einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen zur nachhaltigen Entwicklung leisten kann. Von den 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals / SDG ) wird allein am Beispiel dieser Partnerschaft aktiv an Erreichung folgender Ziele gearbeitet:

  • Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen
  • Ziel 4: Hochwertige Bildung
  • Ziel 5: Geschlechter-Gleichheit
  • Ziel 6: Sauberes Wasser
  • Ziel 7: Bezahlbare und saubere Energie
  • Ziel 8:  Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
  • Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
  • Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
  • Ziel 14: Leben unter Wasser
  • Ziel 15: Leben an Land und vor allem
  • Ziel 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Last but not least erweisen sich diese Projekte auch für Köln als wertvoll. Sie lenken auch hier vor Ort, insbesondere im Hinblick auf die Thematik Klimawandel, den Blick auf wichtige Zukunftsfragen, die uns alle betreffen. Nicht nur in Corinto, sondern aufgrund globaler Verantwortung wurden auch in Köln die institutionellen Kapazitäten seit 2012 im Bereich Klimaschutz und Anpassung an die Folgen des Klimawandels erheblich aufgestockt. Im Ergebnis hat dies in Köln seit 1990 zu einer Reduzierung des CO2-Ausstosses um mehr als 17 Prozent geführt. Ein Erfolg, der anspornt.

Zur Agenda 2030 und den nachhaltigen Entwicklungszielen

Unsere Projekte in der Partnerschaftsarbeit im Überblick

Gesundheitsfürsorge - Bessere Infrastruktur, Aufklärung und Beratung

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Der Jugend gehört die Zukunft! - Bildung und Kulturaustausch für eine nachhaltige Entwicklung

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Die Klimapartnerschaft Köln - Corinto/El Realejo

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Unsere Partner in der Städtepartnerschaftsarbeit

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Unsere Partnerstadt

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