
Unter dem Motto "Sister Cities stand together" empfingen wir bereits zum dritten Mal Aktivistinnen und Aktivisten der LGBTI-Szene (Lesbian, Gay, Bi-Sexual, Transgender, Intersexual) aus fünf Kölner Partnerstädten zum Fachaustausch.
Im Jahr der Feierlichkeiten zu "50 Jahre Stonewall" lag der Schwerpunkt dieses Austauschs auf
- lokale Pridebewegungen,
- Menschenrechte für LGBTI,
- internationale Solidarität
und
- Vernetzung zwischen den Aktivistinnen und Aktivisten.
In Kooperation mit der StadtAG LST und dem KLuST e. V. setzte die städtische Fachstelle LSBTI im Amt für Integration und Vielfalt gemeinsam mit unserem Büro Europa und Internationales mit diesem Austausch ein Zeichen für internationale Solidarität, Vernetzung und gegenseitiges "Empowerment" beim weltweiten Einsatz für die Menschenrechte von LGBTI.
Die 10 Pride-Aktivistinnen und -Aktivisten hatten im Rahmen des Programms die Möglichkeit, verschiedene LGBTI-Einrichtungen wie das rubicon und das anyway zu besuchen, in den gegenseitigen Austausch zu treten und öffentlich über die aktuelle politische Lage in ihren Ländern zu berichten.

Zum Auftakt des Fachprogramms berichteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Partnerstädten
- Tel Aviv
- Barcelona
- Liverpool
- Cluj Napoca/Klausenburg
- Kattowitz
im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung der VHS Köln über die Geschichte der Pride-Bewegung in ihren Heimatstädten. Die aktuelle Menschenrechtslage der LSBTI sowie die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen für das eigene Engagement wurden ebenfalls thematisiert. Im Anschluss an die Erfahrungsberichte gab es für Gäste und Publikum Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung.

Besonders informativ war der Austausch mit Vertreterinnen und Vertreter von rubicon e. V. und anyway e. V., beides anerkannte Träger der freien Jugendhilfe mit einem breiten Aufgabenspektrum. Die Gäste lernten die Einrichtungen und ihre Arbeit, insbesondere die vielen Beratungs- und Unterstützungsangebote zu den Themenfeldern wie beispielsweise
- Gesundheit- und Gesundheitsvorsorge
- Familie und Kinder
- Coming out
- Diskriminierung und sexualisierte Gewalt
kennen. Gemeinsam wurden die aktuelle politische Lage in den jeweiligen Heimatländern sowie Strategien für einen gesellschaftlichen Wandel und mehr Akzeptanz diskutiert.
Auch den Workshop, ausgerichtet von der Fachstelle LSBTI im Amt für Integration und Vielfalt, nutzten die Gäste, um sich ausführlich über die Aktivitäten auf kommunalpolitischer Ebene zu informieren.

Highlight und Abschluss des Besuchs in Köln war die alljährliche CSD Parade, die von Oberbürgermeisterin Henriette Reker stimmungsvoll eröffnet wurde:
Der Regenbogen ist an diesem Wochenende über Köln aufgespannt, als ein Zeichen unserer Offenheit, egal, wen man liebt, woher man kommt und wie man aussieht.
Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Partnerstädten hatten die Chance, auf dem Truck des Cologne Pride mitzufahren und für ihre Rechte zu demonstrieren.
Mit über 1,2 Millionen Gästen aus aller Welt stellte der diesjährige CSD einen neuen Rekord auf. Ein Rekord, der auch die Gäste aus den Partnerstädten beeindruckte:

Nach der Parade war ich traurig und glücklich zu gleich. Glücklich, weil ich sehen konnte, wie es ist, wenn man in einem Land frei leben und lieben kann. Und traurig, weil es mir gezeigt hat, wie weit wir in Rumänien noch davon entfernt sind,
gab Lucian Dunareanu aus Rumänien im Interview zu Wort.
Zum Abschluss des viertägigen Besuchs in Köln waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig, viele Eindrücke und Inspirationen für die eigene Arbeit in ihren Heimatstädten mitzunehmen.
Besonders gut war es, von den Erfahrungen anderer Städte zu lernen und manchmal zu lehren, persönliche Beziehungen aufzubauen, die sowohl nützlich als auch bereichernd sein können, und das Gefühl einer internationalen Gemeinschaft zu bekommen,
reflektieren Avihoo Mizan und Etai Pinkas aus Tel Aviv beim anschließenden Straßenfest auf der Bühne am Heumarkt.