"Mais que uma Bola - Mehr als ein Ball" Köln-Rio

Im Rahmen der Städtepartnerschaft Köln – Rio de Janeiro richtet sich das Sportprojekt "Mais que uma bola – Mehr als ein Ball" an Jugendliche aus beiden Städten im Alter von jeweils 14 bis 16 Jahren. Partnerinnen sind die Heinrich-Böll-Gesamtschule in Köln-Chorweiler und "Bola para Frente", Fußballschule in Guadalupe, Rio, Zona Norte. Gründer der Fußballschule ist der berühmte Fußballnationalspieler Brasiliens Jorghinho. Ziel der Fußballschule ist es, die Kinder von der Straße zu holen und sie "zum regelmäßigen Lernen und zum zur Schule gehen" zu erziehen. Rund 900 Kinder werden dort insgesamt betreut.
Aus Anlass der Fußball WM 2014 haben unser Sportamt und die "Rheinflanke gGmbH" mit der Heinrich-Böll-Gesamtschule 2013 und 2014 den Jugendaustausch mit der Einrichtung begonnen. Beiden Seiten haben die Begegnungen mit Jugendlichen vom anderen Ende der Welt die Augen geöffnet. Sie konnten Globalisierung unmittelbar erfahren und fanden Interesse an der jeweils anderen Kultur. Der Fußball baute die Brücke. Das Integrationsprojekt wurde bei dem wichtigsten Wettbewerb 2014 in Deutschland mit dem Integrationspreis des DFB und von Mercedes-Benz ausgezeichnet

Ziel des Projektes ist die Verbesserung der interkulturellen Kompetenz und der Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen aus benachteiligten Stadtteilen von Köln und Rio. Es sollen Werte wie Hilfsbereitschaft, Toleranz und Respekt vermittelt werden.
Die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro stehen vor der Tür und die Fortführung des Projektes wurde abgestimmt. Neben Fußball wurden weitere Sportarten hinzugenommen, um den olympischen Gedanken zu festigen. Badminton, Rugby, Hockey, Golf, Gewichtheben können nun auch ausgeübt werden. Die 14- und 16-Jährigen werden im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften, hier wie dort, auf die jeweils andere Kultur vorbereitet.
Es wird Portugiesisch-Unterricht erteilt sowie Musik und natürlich Geographie und Gesellschaftslehre. Die Teilnehmenden des ersten Austauschs werden als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (in der Sportausbildung) eingesetzt.
Die erste Begegnungswoche 2016 hat im März stattgefunden. Ein toller Empfang wartete gleich am Flughafen von Rio auf die Kölner Gruppe: zehn Jugendliche mit Brasilianischer und Kölner Fahne und Gitarre begrüßten mit besonderer Herzlichkeit die 20-köpfige Delegation aus Köln-Chorweiler, die für 10 Tage die Partnerstadt bereiste.
Neben dem Sportprogramm gab es auch kulturelle Eindrücke: der Zuckerhut wurde erklettert, der Strand von Ipanema besucht und das neue "Museo de Amanha" (Zukunftsmuseum im Hafenviertel) erkundet.

Neuer Partner im Projekt ist das Goethe Institut in Rio. Mit einem Deutsch-Intensiv-Sprachkurs werden die brasilianischen Schülerinnen und Schüler auf den Besuch in Köln im Juni 2016 vorbereitet, auf den sich alle beteiligten schon jetzt freuen.
Zur Sicherung der Nachhaltigkeit wurde auch vereinbart, nach der Schule, also 2017, einen Austausch von Praktikantinnen und Praktikanten für drei bis vier Monate zu planen, in dem jeweils zwei Jugendliche in den Familien wohnen und im Bereich Sport in der jeweils anderen Stadt ein Praktikum absolvieren.
Auch die Unterstützung der Favela Triangolo soll weiter ausgebaut werden. In der Favela leben rund 1.000 bis 2.000 Menschen unter der Autobahn unter katastrophalen Lebensbedingungen. Rund 20 Prozent der Kinder aus der Fußballschule kommen von hier. Von dem Geld einer Schulsammlung der Heinrich-Böll-Gesamtschule wurden Dinge des täglichen Lebens wie Matratzen, Ventilatoren und Babywindeln von den Chorweiler Schülerinnen und Schülern im März 2015 an die Familien überreicht.