Auf Einladung des ehemaligen NRW Staatssekretärs Bernd Neuendorf während der Reise zu den Paralympics in Rio de Janeiro im September 2016 kam in der Zeit vom 8. bis 18. Juni 2017 eine 15-köpfige Gruppe aus der Partnereinrichtung "Bola para Frente" nach Köln.
Ein toller Empfang wartete an der Jugendherberge in Köln-Deutz auf die Cariocas, denn die neue""Rio AG" der Heinrich-Böll-Gesamtschule hatte direkt nach der Ankunft ein Treffen am neuen Deutzer Rheinboulevard vorbereitet. Den Freitag verbrachte die Gruppe in der Chorweiler Gesamtschule.

Abends gab es anlässlich der Hundertjahrfeier zu Ehren Heinrich Bölls eine Gala in der Schule, zu der die deutsch-brasilianische Gruppe einen gemeinsamen Trommelauftritt (Batucada) beisteuern konnte.

Samstags ging es nach Hamm zu den "Ruhr Games 2017" – ein großes Sportfest mit internationaler Beteiligung. Hier verbrachten die Brasilianer die Woche mit ganz viel Sport und Musik.

Der Abschied am Sonntag fiel nicht leicht, denn für die brasilianischen Jugendlichen erfüllte sich durch die Reise ein Traum. Die Lebensumstände in Rio haben sich ein Jahr nach den Olympischen Spielen dramatisch verschlechtert. Mit Hilfe des Goethe-Instituts vor Ort wurde die Gruppe lange auf die Reise nach Köln und NRW vorbereitet. Nun freuen sich die Schüler aus Chorweiler auf den Gegenbesuch in Rio im März 2018.

"Bola para Frente" – "Ball nach vorne"

Im nördlichen Stadtteil Guadalupe, mitten in dem riesigen Gebiet des 'Arme Leute Rio', gibt es die Fußballschule: "Bola para Frente" – "Ball nach vorne". Sie wurde von dem berühmten Fußballspieler Jorginho gegründet. Die Fußballschule hat das Ziel, Kinder von der Straße zu holen und sie zum regelmäßigen Lernen zu motivieren sowie an einen regelmäßigen Schulbesuch zu gewöhnen. Rund 900 Kinder werden hier betreut.

Ziel des Projektes ist die Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen aus benachteiligten Stadtteilen von Köln und Rio sowie die Verbesserung interkultureller Kompetenzen. Eine Wertevermittlung von Hilfsbereitschaft, Gastfreundschaft, Toleranz und Respekt wird gelebt. Der Sport baut die Brücke der Verständigung über den Atlantik.

Jugendliche der Fußballschule "Bola para Frente" zu Gast in Köln und NRW © Werner Schleicher

Außerdem konnte eine Spende über 1.250 Euro an die Frauen der Favela Triangolo in Rio übergeben werden, die die Gesamtschule durch eine Weihnachtssammlung zusammengetragen hatte. Damit konnten Lebensmittelsäcke mit Grundnahrungsmitteln gekauft und verteilt werden. Die Familien wurden durch Sozialarbeiter von "Bola para Frente" ausgewählt, denn 20 Prozent aller Kinder der Partnereinrichtung kommen aus dieser Favela.